Bernsteinzimmer,Zarskoje Selo,St. Petersburg

   Gesucht wird das Bernsteinzimmer aus Zarskoje Selo/St. Petersburg

 

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22.12.2008


Eine Geschichte von Historikern, Besserwissern, Scharlatanen, Nichtwissenden und Wissenden geschrieben und verfasst.

Eine Spur ins Kloster
In Grünhain kreuzen sich die Geschichten zweier Zeitzeugen - Reimann beantragt Grabungserlaubnis

 
Grünhain. Seit fast einem Jahr hatte die alte Frau versucht, den Jäger des verlorenen Schatzes aufzuspüren. Dietmar Reimann, der Leipziger Privatdetektiv, der das Versteck des legendären Bernsteinzimmers im Poppenwald bei Hartenstein vermutet, ist nicht leicht zu finden. Der Mann steht nicht mal im Telefonbuch. Zu viele Spinner, hat Reimann mal gesagt. Leute, die ihn auf Spuren locken wollen, die so heiß sind, dass man sich an ihnen einen Gefrierbrand holt.

Mit der alten Dame war es anders. Die Frau erzählte eine Geschichte, die Reimanns Interesse weckte. Ein Teil der Kulturgüter, die seiner Theorie zufolge im April 1945 im Rahmen einer Geheimoperation in den Raum Aue-Schwarzenberg gebracht worden sind, liegt möglicherweise im Kloster Grünhain vergraben. „Diese Spur ist wirklich heiß“, urteilt Reimann.

Am Ende des Zweiten Weltkrieges besaß die Familie der Frau, die heute als Rentnerin in Berlin lebt, ein Haus in Grünhain, einer Stadt mit derzeit 2500 Einwohnern, die vom Ruhm vergangener Tage zehrt. Im 13. Jahrhundert gründeten Mönche des Zisterzienserordens hier ein Kloster, das in seiner Blütezeit 56 Dörfer und drei Städte beherrschte, von Böhmen bis nach Thüringen. Von den historischen Bauten sind nur die Außenmauer und der so genannte Fuchs - Turm übrig geblieben. In diesem Turm war im Juli 1455 der sächsische Prinzenräuber Kunz von Kaufungen ein- gesperrt, nachdem er im nahen Wald bei Waschleite von Köhlern überwältigt worden war. Ein geschichts - trächtiger Ort, an dem ein halbes Jahrtausend später vielleicht erneut Geschichte geschrieben worden ist.

Die Zwönitzer Straße in Grünhain führt am Kloster vorbei. Auf einem Hügel neben der Fahrbahn steht das Haus, in dem Reimanns Informantin 1945 lebte. Von ihrem Fenster aus hatte die Frau freien Blick auf das Klostergelände. Mitte April sei es gewesen, erinnert sich die Zeitzeugin, als am Klostertor Wachtposten aufzogen. Dann sei ein Lastwagen ans Tor gefahren, von dessen Ladefläche Gefangene sprangen. Auf dem Hof sah die Frau roh gezimmerte Kisten stehen. Sie sollen mindestens vier Meter lang gewesen sein. In der Nacht wurde gearbeitet, am nächsten Tag zogen Soldaten und Häftlinge ab. Im Hof blieb ein frischer Dreckhaufen zurück: Erde aus der Grube, in der seitdem die Kisten liegen? Was diese Geschichte in den Augen des Bernsteinzimmer-Jägers glaubwürdig macht, ist die Tatsache, dass sie zum Bericht eines Soldaten passt, der im April 1945 an einer Versteck-Aktion beteiligt war. Theodor Erdmann aus Rostock unternahm eine „Rundreise“ durchs Erzgebirge, auf welcher er Posten an mehreren Orten absetzte und später wieder aufnahm. Der Poppenwald sei einer dieser Orte gewesen, sagte Erdmann aus, Waschleite und Erlabrunn andere. Auch Grünhain lag auf der Route. Was im Kloster geschah, vermochte der Ex-Soldat nicht zu sagen. Die Angaben der Rentnerin sind da wesentlich präziser.

Gotthold Stölzel vom Kulturhistorischen Verein Grünhain bestätigt, dass die Skizze, welche die Frau angefertigt hat, exakt den damaligen Verhältnissen entspricht. Dass im Kloster Teile des Bernsteinzimmers vergraben liegen, daran mag er jedoch nicht glauben. „Dahinter setze ich 20 Fragezeichen“, sagt Stölzel. Anders Dietmar Reimann. Der sieht ein dickes Ausrufezeichen und verhandelt gegenwärtig mit der Denkmalbehörde über eine Grabungserlaubnis. Er hofft, im Kloster leichter einen Treffer zu landen als im Poppenwald, der sein Geheimnis auch in diesem Jahr nicht preisgegeben hat.

15.11.2002


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Seit Ende 2002 ist so gut wie überhaupt nichts neues im Zusammenhang mit angeblichen Verbergungsorten in der Presse aufgetaucht. Weder wurde etwas gefunden noch scheint es Aktivitäten zu geben. Haben alle Herren schon aufgegeben??

 


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